Rückblick KW 22 + 23 / 2013

suhrkamp-Buecherwand

Bildquelle: Suhrkamp Verlag

Wir sind nicht nur für das verantwortlich, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun. (Molière)

  • E-Books stark auf dem Vormarsch
    Nach einer Studie des Börsenverein und der GfK Panel Services Deutschland erreichte der E-Book Umsatz 2012 bereits knapp 10% Marktanteil am Verlagsumsatz. PriceWaterHouseCoopers prognostiziert für den US Markt, dass die E-Book-Umsätze 2017 die Print-Umsätze überholen werden. Alarmierende Prognose für Verlage, die keine überzeugende E-Book Strategie haben.
  • Suhrkamp beantragt Gläubigerschutz
    Der Suhrkamp Verlag hat am 27.5.2013 die Einleitung eines sogenannten Schutzschirmverfahren beantragt. Damit sollen Ausschüttungsverpflichtungen gegenüber den Gesellschaftern vermieden werden, um eine drohende Insolvenz zu vermeiden. Wie konnte es mit einem der renommiertesten deutschen Verlage soweit kommen? Die Backlist mit 1.300 Titeln vereint die bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Ein gutes Beispiel, wie schwer es Verlagen fällt, auf gesellschaftliche und technologische Veränderungen erfolgreich zu reagieren? Ich denke nicht. Jahrerlanger Zwist und Streit der Gesellschafter ruiniert den Suhrkamp Verlag. Es ist für die Mitarbeiter und Autoren nur zu hoffen, dass die Gesellschafter Ihrer Verantwortung endlich gerecht werden.
  • SAP übernimmt hybris
    Von 50 prozentigen Wachstumsraten können Verlage nur träumen. Mit diesen Wachstumsraten wartet hybris als Anbieter einer e-Commerce Technologieplattform auf. Grund genug für SAP, die letzte Chance zu nutzen, um auf den fahrenden Multi Channel Zug aufzuspringen. Auch wenn der Kaufpreis vermutlich ca. das 10 – 15 fache des hybris Jahresumsatzes beträgt. hybris wird dabei als unabhängige Geschäftseinheit von SAP am Markt agieren. Trotzdem wird es eine Herausforderung sein, die Übernahme erfolgreich und verantwortlich zu gestalten. Aber eines ist klar: dieser Deal wird Auswirkungen auf die komplette Multi Channel Branche haben.
  • Google Glass – Zwischen Neugierde und Besorgnis
    Google Glass wird sicher der Dauerbrenner der nächsten Zeit sein. Die Möglichkeiten scheinen grenzenlos zu sein. Aber selbst Google beginnt Grenzen zu setzen. Google hat in der letzten Woche Gesichtserkennung-Apps für die Google Glass (vorerst) verboten. Ob dies die kritischen Stimmen aus Europa verstummen lassen, ist zu bezweifeln. Vor allem weil Guardian und Washington Post Informationen in dieser Woche Besorgniserregendes über PRISM veröffentlich haben.
  • PRISM – US-Geheimdienst hört überall mit
    PRISM wird das Softwareprogramm genannt, mit dem die amerikanischen Geheimdienste Zugang zu Userdaten von Microsoft, Google, Yahoo, Facebook, PalTalk, YouTube, Skype, AOL, Apple etc. haben. Guardian und Washington Post haben einige vertrauliche Power Point PRISM Folien veröffentlicht. Es ist schlimmer als die meisten befürchtet haben. Jeder Anwender sollte sich genau überlegen, welche persönliche Daten er US amerikanischen Unternehmen anvertrauen möchte. Schlimm genug, dass unsere digitale Kommunikation von einer Regierung, die wir nicht gewählt haben, überwacht wird. Ein guter Zeitpunkt für die europäische Regierungen Verantwortung zu übernehmen.

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